MINUTENREPETITIONEN: DER SCHLÜSSEL ZUR PRÄZISION

Quelle

HUBLOTS NEUESTER MINUTE REPEATER IST EINE DEMONSTRATION VON HANDWERK UND EFFEKTVOLLER DARBIETUNG. AUDEMARS PIGUET, BULGARI UND CHOPARD KENNEN SICH MIT PRÄZISION EBENFALLS AUS.

FEIN GESTELLT: HUBLOT CLASSIC FUSION TOURBILLON CATHEDRAL MINUTE REPEATER CARBON „LANG LANG“

Mechanische Uhrwerke kennen keine präzisere Komplikation (eine meist enorm aufwendige Zusatzfunktiom; Anm.) als die Minutenrepetition: Diese aktiviert ein Glockenspiel, das über zwei filigrane Hämmer eine von Minute zu Minute differierende, kurze Melodie abspielt und damit die Zeit auch akustisch anzeigt.

Im 17. Jahrhundert hatte die damals neue Erfindung den sinnvollen Zweck, dass man auch ohne den Einsatz wertvollen Kerzenlichts wusste, was es geschlagen hatte.

Seit der Strom aus der Steckdose kommt, geht es freilich mehr um die Demonstration feinster Handwerkskunst. Deswegen ist der chinesische PianistLang Lang der ideale Botschafter für den Minute Repeater der Schweizer Uhrenmanufaktur Hublot.

FÜR HÖCHSTE PRÄZISION UND HOCHWERTIGKEIT STEHT DAS TOURBILLON: EIN ROTIERENDER MECHANISMUS, DER NEGATIVE EINFLÜSSE DER SCHWERKRAFT AUF DIE GANGGENAUIGKEIT KORRIGIERT.

 ©YOUTUBE // HUBLOT
 Die Hämmer tragen jeweils einen Teil des Namens des 34-jährigen Maestros, die „3“ und „9“ des Ziffernblatts zeigen Bass- und Violinschlüssel, die „12“ stellt Lang Langs Initialen in Form von Sechzehntelnoten dar.

Das Carbon-Gehäuse ist „so leicht, dass ich mit der Uhr Rachmaninows 3. Klavierkonzert auf meinem Steinway raushämmern kann“, sagt Lang Lang selbst.

Quelle

INNOVATIVER TEMPO-STOPPER: ZENITH „DEFY EL PRIMERO 21“

Quelle

Bei Zenith beginnt 2017 eine zukunftsweisende Ära. Gekennzeichnet einmal durch Jean-Claude Biver und aller Wahrscheinlichkeit nach auch durch einen neuen CEO. Der soll am 1. Mai von Vacheron Constantin kommend an die Spitze des traditionsreichen Chronographenspezialisten rücken. Dass in Le Locle dringender Handlungsbedarf besteht, hat Jean-Claude Biver schon länger ausgemacht. Die Demission von Aldo Magada Anfang 2017 kam ergo nicht von ungefähr.

Mit einer Jahresproduktion von nur noch rund 20.000 Uhren war das Mitglied des LVMH-Imperiums 2015 in die roten Zahlen gerutscht. Auch 2016 fiel die Bilanz negativ aus. Als Interimschef machte Jean-Claude Biver „einen ganzen Berg tief greifender Problemen aus, welche es in naher Zukunft zu lösen gilt. Die wenig erfreulichen Zahlen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Sorgen bereiten mir vielmehr strukturelle Mängel unter anderem in Bezug auf die Kollektion, das Marketing und den Vertrieb. Zenith wirkte für mich schon fast verschlafen. In Le Locle mangelte es schlichtweg an Kreativität und Dynamik.“

Einblick ins Kaliber der Zenith Defy El Primero 21

Einblick ins Kaliber der Zenith Defy El Primero 21

Im Marken-Dreigespann, zu dem die erfolgreichen Schwestern Hublot und TAG Heuer gehören, befindet sich Zenith exakt in der Mitte. Die Manufaktur verkörpert Biver zufolge „traditionelle, für klassische Sammler und Liebhaber erschwingliche Uhrmacherkunst. Außerdem steht Zenith infolge des 1969 vorgestellten El Primero-Kalibers mit fünf Hertz Unruhfrequenz für Tempo „unabhängig davon, dass Heuer 1916 den Hundertstelsekundenstopper namens Mikrograph erfunden und 2011 mit Prototypen-Werken fürs Handgelenk wiederbelebt hat. Diese Technik wird künftig in Le Locle zu Hause sein.“

Jean-Claude Biver

Jean-Claude Biver sieht bei Zenith strukturelle Probleme

Mit der richtigen Positionierung von Zenith im Kopf bündelte Jean-Claude Biver die Kräfte der besten Leute seiner drei Marken: Techniker und Designer. Diese Task Force erhielt einen klaren Hundertstelsekunden-Entwicklungsauftrag. Beim Projekt, das am 22. März 2017 um 17:21 als „Defy El Primero 21“ mit 45 Millimeter großen Titangehäuse ins Rennen um die Käufergunst geht, stellte Guy Sémon, Ingenieur, Physiker und Generaldirektor von TAG Heuer, einmal mehr seine umfassende Genialität unter Beweis.

Zenith Defy El Primero 21

Die offene Version der neuen Zenith El Primero Defy 21

Dafür, dass es sich um einen uhrmacherischen Meilenstein handelt, gibt es gleich mehrere Gründe. Magnetfelder bis zu 30.000 Gauss blitzen an der ausgeklügelten Mechanik mit zwei Gangreglern wirkungslos ab. Temperaturschwankungen und Schwerkrafteinflüsse haben ebenfalls keine Chance. Beides wäre undenkbar mit einer klassischen Nivarox-Unruhspirale.

Nachdem amagnetisches Silizium aus patentrechtlichen Gründen ausschied, mussten Guy Sémon und sein Team etwas völlig Neues aus der Taufe heben. Die Produktion verlangt nach Kohlenstoffnanoröhrchen, kleine Hohlkörper aus reinem Kohlenstoff mit weniger als 1/10.000 Millimeter (100 Nanometer) Durchmesser. Deren Elastizitätsmodul ist bis zu fünf, die Zugfestigkeit 15 und mehr Mal höher als Stahl. Unter 2 g/cm³ liegt die Dichte, während Stahl ca. 7,85 g/cm³ aufweist.

Infolge dieser und weiterer positiver Eigenschaften wie die bereits genannten eignet sich der Werkstoff zur Herstellung selbstverständlich patentierter CNTMC-Unruhspiralen (Carbon Nano Tubes Matrix Composite). Das Wachsen der Kohlenstoffnanoröhrchen ermöglichen mit einer dünnen Eisenschicht bedeckte Silizium-Wafer. Ankerrad und Anker lässt Zenith aus leichtem, amagnetischem Silizium fertigen.

Zenith Defy El Primero 21 - Inside

High-Tech der neuen Zenith Defy El Primero 21 im Detail

 Aus lediglich 203 Komponenten montieren die Uhrmacher das aus zwei Modulen zusammengefügte Uhrwerk. Unterm Strich sind das 73 weniger als beim klassischen El Primero. Zum Messen und Bewahren der Uhrzeit oszillieren Unruh und Unruhspirale mit fünf Hertz. Die im Federhaus gespeicherte Energie reicht für 50 Stunden am Stück.

Nachschub liefert entweder die entgegen dem Uhrzeigersinn bewegte Krone oder der Rotor in einer Drehrichtung. Die zweite, durch Drücker bei „2“ und „4“ angesteuerte Mechanik ermöglicht das Stoppen von Zeitintervallen zwischen einer Hundertstelsekunde und 30 Minuten. Die kleinere, durch ein patentiertes Start-/Bremssystems beeinflusste Unruh vollzieht stündlich 360.000 Halbschwingungen.

Hochfrequenz kostet Kraft. Der von einer Indikation bei „12“ dargestellte und nach 50 Minuten erschöpfte Energievorrat lässt sich durch Drehen der Krone im Uhrzeigersinn wieder erneuern. Zum gleichen Zweck wirkt der Rotor sogar in beiden Drehrichtungen. Das völlig autonome Räderwerk macht die übliche Kupplung entbehrlich. Der Drücker bei „4“ und eine ebenfalls patentierte, auf drei Herzen einwirkende „2+1“-Kinematik bewirken die Nullstellung.