SPORTLICH, SPORTLICH! MIT DIESEN VIER BRONZE-BOLIDEN KANN MANN BERUHIGT BADEN GEHEN

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BRONZE BEKOMMT PATINA. UND GENAU DAS MACHT ARMBANDUHREN MIT GEHÄUSEN AUS DIESEM MATERIAL FÜR VIELE INTERESSANT

 
Bronze, das archaisch anmutende Material, polarisiert. Man mag es, oder man kommt gar nicht damit klar. Manche fasziniert, andere stört die zwangsläufig einsetzende Alters-Patina, welche dem Gehäuse im Laufe der Zeit eine sehr individuelle Note verschafft, aber in manchen Augen auch schmutzig wirkt. Mit geeignetem Putzmittel und nicht sonderlich viel Aufwand lässt sich der ursprüngliche Zustand problemlos wieder herstellen. Zu bezweifeln ist deshalb, ob Bronze ein echtes Trendmaterial wird. Aber immer mehr Marken versuchen sich daran. Und erfolgreiche Bronze-Akteure wie Anonimo, Panerai oder Zenith bleiben dem „goldig“ wirkenden Werkstoff am Ende auch treu. Sicher ist jedoch, und ich werde an dieser Stelle selbstverständlich berichten, dass im Laufe der kommenden Monate weitere Bronze-Armbanduhren auf der Bildfläche erscheinen werden. Zwei habe ich unter dem Siegel der Verschwiegenheit schon sehen dürfen. Sie haben, so viel sei verraten, etwas mit dem sächsischen Uhrenmekka Glashütte zu tun. Es bleibt spannend.
 Als Panerai 1997 unter das Dach des Richemont-Konzerns schlüpfte, blieben in Florenz einige Gehäuse-Spezialisten zurück. Sie stellte die nun brach liegende Kompetenz dem neuen Label „Anonimo“ zur Verfügung und machten Bronzegehäuse zu einer seiner Spezialitäten. Die in Italien gegründete, mittlerweile jedoch in der Schweiz domizilierende Marke präsentierte 2006 ihre „Nautilo“. Deren Entwurf geht auf den italienische Marine-Ingenieur Dino Zei zurück, der einige Jahre lang auch für Panerai verantwortlich gezeichnet hatte. Das kissenförmige Gehäuse sowie die Krone bei „4“ sind auch der Neuinterpretation zu Eigen. Die 44 Millimeter große, bis 20 bar wasserdichte Taucherschale mit einseitig rastender Keramik-Drehlünette in ausdruckstarkem Blau lässt Anonimo aus einer rötlich wirkenden Aluminiumbronze-Legierung, den Boden aus antiallergischem Titan produzieren. Strahlend Blau tritt auch das Zifferblatt in Erscheinung. Das Messen und Anzeigen der unter Wasser besonders kostbaren Zeit obliegt dem robusten Kaliber SW200-1 von Sellita. Die Gangautonomie des Automatikwerks liegt bei etwa 38 Stunden. Preis 2.790 Euro.

Anonimo Nautilo Bronze, 2.790 Euro

 „Die neuzeitlichen Verkehrsmittel lassen die Welt mit jedem Tag kleiner werden, und wer nicht auf allen bedeutenden Märkten gleichzeitig aktiv auftritt, hat den Traum ausgeträumt, zu den führenden Marken zu gehören.“ Diese Erkenntnis stammt von Dr. Rudolf Schild-Comtesse, dem längst verstorbenen Inhaber der Uhrenmanufaktur Eterna. Zu seinem Credo passt die Kooperation mit Thor Heyerdahl und seiner fünfköpfigen Crew, welche 1947 mit einem prähistorischen Floß aus Balsastämmen von Callao, Peru, zu den Polynesischen Inseln segelten. Nach rund 8.000 Kilometern stieß die „KonTiki“ gegen ein Riff. Mit diesem abenteuerlichen Trip hatte der Forscher nachgewiesen, dass die Besiedlung Polynesiens einst auf dem Seewege von Südamerika aus erfolgt sein musste. Während der 101-tägigen Seereise blickte das Team auf spezielle Eterna Armbanduhren. An eine Serienproduktion dachte freilich noch niemand. Erst 1958 brachte die „KonTiki 20“ mit dem hauseigenen Rotorkaliber 1424UD. Ihre Edelstahl-Schale widerstand einem Wasserdruck von 20 bar. Und sie war wirklich dicht. Auch nach zwei Jahren auf dem Grund des Genfer Sees und nach glücklicher Bergung funktionierte ein verlorenes Exemplar weiterhin einwandfrei. An den legendären Pazifik-Trip vor genau 70 Jahren erinnert die neue Eterna „KonTiki Bronze Limited Edition“. Das Zifferblatt mit markanten Dreieck-Indexen hält die Vergangenheit wach. Der einseitig rastende und speziell indexierte Glasrand eröffnet Tauchern, wie lange sie sich ohne Dekompressionsstopps in einer gewissen Tiefe aufhalten können. Wie einst reicht die Wasserdichte der 44-Millimeter-Bronzeschale auch heute bis zu 20 bar Druck. Im Inneren vollzieht die Unruh des Manufakturkalibers 3902A mit Kugellagerrotor und 65 Stunden Gangautonomie stündlich 28.800 Halbschwingungen (Frequenz vier Hertz). Nach 300 Exemplaren ist Schluss mit dieser markanten Armbanduhr, welche zu haben ist für 2.990 Euro.

Eterna KonTiki Bronze Manufaktur – 2.990 Euro

 Den Bronze-Vogel schlechthin schossen die Officine Panerai ab. Zum Genfer Uhrensalon SIHH 2011 lancierte die Manufaktur mit starken italienischen Wurzen exakt 1.000 Exemplare der PAM 382Bronzo“. Die Edition, Stückpreis 7.600 Euro war im Handumdrehen vergriffen. Wer ein Exemplar ergattern konnte, durfte sich ausgesprochen glücklich schätzen. Inzwischen zahlt man dafür mehr als Dreifache. Als Panerai 2014 eine zweite „Bronzo“ Gestalt der Referenz PAM 507 mit zusätzlicher Gangreserveindikation auf den Markt brachte, regte sich zunächst Protest. Doch die ebenfalls tausend Stück verkauften sich für jeweils 9.900 Euro wiederum wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Auch hier kletterte der Zweitmarkt-Preis unverzüglich auf ein Mehrfaches. Also unternimmt das Richemont-Mitglied 2017 einen dritten Anlauf mit der neuen „Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic Bronzo“, Referenz PAM00671. Ihre Schale mit einseitig rastender Drehlünette widersteht dem Druck des nassen Elements bis zu 30 bar. Das durch sie geschützte Automatikkaliber P.9010 mit Sekundenzeiger bei „9“ und Fensterdatum bei „3“ läuft 72 Stunden am Stück. Eine hilfreiche Besonderheit des Uhrwerks: Unabhängig vom Minutenzeiger schrittweise vor- oder rückstellbarer Stundenzeiger. Dieses Feature erleichtert Globetrottern das Umstellen der Zeit bei Fernflügen ganz erheblich. Blau, den Trend unserer Tage greift das Zifferblatt mit Leuchtmarkierungen auf. Mit rund 14.000 Euro ist Mann dieses Mal bei einem Panerai-Konzessionär dabei, sofern er dort überhaupt eine bekommt.

 

Panerai Bronzo III 2017 – Referenz PAM00671 – 14.000 Euro

Als echtes Bronze-Manifest versteht sich der „Pilot Extra Special Chronograph“ von Zenith. Mit seinem 45-Millimeter-Bronzegehäuse verkörpert er einen Komparativ zum gleich großen „Pilot Type 22 Extra Special“, dessen Schale aus dem gleichen Material besteht, aber das hauseigene Automatikkaliber Elite 679 schützt. 2017 stattet Zenith die legendäre Fliegeruhr erstmals mit einem Chronographenwerk aus. Wer Zenith ein wenig kennt, vermutet sofort, dass es sich um ein flinkes „El Primero“-Kaliber aus eigener Manufaktur handelt. Flink deshalb, weil die Unruh stündlich 36.000 Halbschwingungen oszilliert. Jene fünf Hertz Frequenz gestatten dem Besitzer Stoppvorgänge auf die Zehntelsekunde genau. Mit dieser Annahme hinsichtlich des verbauten Uhrwerks liegt man nicht falsch. Konkret beseelt das 30 Millimeter große Rotor-Kaliber 4069 den zeitschreibenden Bronze-Boliden, welchen die Uhrmacher in Le Locle aus 254 Komponenten montieren. Seine Gangautonomie beträgt beruhigende 50 Stunden. Abtauchen kann Mann mit dieser Flieger-Armbanduhr übrigens auch; und zwar bis zu hundert Meter in die Tiefen des Meeres. Über dem Zifferblatt mit ausdruckstarker SuperLumiNova-Indexierung wölbt sich ein kratzfestes Saphirglas.  Ans Faktum, dass Zenith zu den ersten Fabrikanten funktionaler Höhenmesser sowie Borduhren für Flugapparate der zivilen und militärischen Luftfahrt zählte, erinnern zusätzliche Signaturen: „Pilot“ und „Montre d’Aéronef“. 7.500 Euro.